Einmal Hamburger mit Off-Canvas-Navi bitte!

menu icon

Manchmal entwickelt sich die Technologie schneller als die Sprache. Fast jeder, der digitale Angebote nutzt, kennt dieses Symbol. Nur die Wenigsten allerdings können es auch namentlich benennen.

Apps und Websites, sofern letztere Responsive Design unterstützen, verfügen über ein Menüsymbol, das bei Berührung/Klick die jeweilige Hauptnavigation des Angebotes anzeigt. In der Normalstellung ist bei einem solchen Interface die Hauptnavigation nicht zu sehen, weshalb sie als „Off-Canvas-Navigation“ bezeichnet wird, was „außerhalb des sichtbaren Bildschirm-Bereichs“ meint. In dem folgenden Beispiel, der iPad-App von Sky Go, ist das Zeichen, das in diesem Artikel gemeint ist, links oben zu sehen.

Menüsymbol – iPad (Sky Go)

Im aufgeklappten Zustand schaut die Off-Canvas-Navigation wie im nachfolgenden Screen dargestellt aus. In diesem Fall schiebt sie sich von links nach rechts in den Bildschirm. Meist ändert sich im Zuge dessen das Symbol, das zum Beispiel zum Kreuz wechselt.

Off-Canvas-Navigation (Sky Go App)

Anwender müssen nicht wissen, wie das Navigationssymbol heißt. Sie müssen nur in der Lage sein, mit dieser Navigationsform umzugehen, was durchaus anspruchsvoller ist, als dies vielleicht versierten Anwendern auf den ersten Blick erscheinen mag. Denn anders als letztgenannte Anwendergruppe, klicken weniger versierte Nutzer meist nur dann auf Elemente und Objekte, von denen sie wissen, wozu sie da sind. Deshalb sollte man derlei Off-Canvas-Lösungen auf Seiten der Entwicklung kritisch hinterfragen, denn nicht nur sprichwörtlich, sondern auch in Bezug auf das Interface digitaler Anwendungen gilt: aus den Augen, aus dem Sinn! Siehe hierzu auch der Beitrag von Anthony Rose auf thenextweb: Out of sight is out of mind.

Das kleine, meist drei Balken beinhaltende Navigationssymbol hat sich, ähnlich wie die Lupe als Kennzeichnung für die Volltextsuche, zu einem Standard nicht nur im Web, sondern insgesamt im Umfeld digitaler Medien gemausert. Und wie heißt dieses Zeichen nun? Hier einige Vorschläge, wobei das Anhängsel „Icon“ auch optional durch „Symbol“ oder „Button“ ausgetauscht werden kann.

Hamburger-Icon – Die Bezeichnung bezieht sich auf die Darstellung des Zeichens, das an einen Hamburger erinnert. Auf GitHub gibt es unter der Bezeichnung Mobile Menu Hamburger einen entsprechenden Programmiercode.

Hamburger-Drawer-Icon – „Drawer“ (zu deutsch „Schublade“) beschreibt das Prinzip der Bewegung, die die Navigation bei Berührung/Klick vollzieht.

Off-Canvas-Menü-Icon – „Off Canvas“ wurde im Artikel bereits erklärt.

Toggle-Menü-Icon – „Toggle Menu“ ist der englische Fachbegriff für ein Menü, das sich – wie ein Hebel (eng. „toggle“) – ein- und ausklappen lässt, entweder vertikal oder horizontal. „Toogle-Menü“ ist der Oberbegriff für derlei aufklappende Navigationen, während „Off-Canvas“ gewissermaßen eine Spielart davon ist. Insofern muss ein Toggle-Menü nicht zwangsläufig aus dem sichtbaren Bereich verschwinden, sondern kann, etwa wie bei WordPress der Fall, sich auch nur verkleinern, etwa in eine Leiste mit Icons.

Navicon – eine Wortschöpfung aus „Navigation“ und „Icon“; in Analogie zu „Favicon“.

Drei-Balken-Icon – Eben weil es meist über drei Balken verfügt.

Hotdog – So bezeichnen es GoogleChrome-Entwickler (Link).

Menü-Icon – Die schlichte Variante, da im Kontext, etwa im Gespräch mit dem Kunden/Kollegen meist klar ist, was gemeint ist. Allerdings ist diese Bezeichnung, etwa auch wie „Hotdog“, wenig spezifisch und könnte ebenso ein Zeichen in einer klassischen Hauptnavigation beschreiben.

Und nun lieber Websprech-Leser bist Du am Zug. Welchen Begriff nutzt beziehungsweise bevorzugst Du?

Welches ist der beste Begriff?

Ergebnis

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[Aktualisiert am 21.07.2014] Hier noch ein Lesetipp (Danke Christoph für den Hinweis}: Who Designed the Hamburger Icon? | gizmodo.com

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19 Kommentare

  1. Menü-Icon,

    einfach weil darunter fast jeder auf Anhieb versteht, was man meint. Hamburger/Hotdog-Icon klingt vielleicht lustiger und extravagenter, aber erklären, was man meint, muss man dann trotzdem.

  2. DerSiedler

    Ein wenig Off Topic, aber ich finde diese Menü-Icons bei mobilen Website und Apps durchaus vertretbar. Aber in letzter Zeit sah sich die die eine oder andere Desktop-Version offenbar gemüßigt seine Navigation „out of sight“ zu verbannen. Das ist meiner Ansicht nach im Desktop-Bereich der absolut falsche Weg. Platz ist da und ich möchte nicht 3 mal klicken um mich durch Haupteinstiege zu bewegen. Einen seltsamen Weg hat nun auch der Relaunch der Deutschen Post beschritten.

    • Achim Schaffrinna

      Im Austausch mit Kollegen finde ich den Begriff auch smart, weil kurz und prägnant. Im Dialog mit dem Kunden, insbesondere mit städtischen Auftragsgebern, könnte „Burger“ respektive „Bürger“ jedoch für Missverständnisse sorgen. Diesbezüglich ist „Hamburger-Icon“ oder „Hamburger-Button“ weniger verfänglich.

  3. Sebastian

    Das Icon steht lediglich für eine versteckte Navigation, nicht für Off-Canvas – auch wenn wohl 99% aller Off-Canvas Navigationen ebenfalls mit so einem Icon geöffnet werden.

    Burger-Button finde ich auch gut.

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